Wandern mit Hund - Hohe-Mark-Steig #4 - Lembeck bis Haltern am See

18. September 2022 | erschienen in: / / / / / |
Es war mal wieder soweit vor einigen Wochen. Ich musste mal raus und allein eine Runde durch die Gegend stapfen. Natürlich nicht ganz allein. Einer meiner Wanderbuddys durfte mit. Wenn ihr euch nun fragt warum nur einer, dann weil ich mit dem Zug unterwegs war und mehrfach umsteigen musste. Ich hatte wirklich auch Angst, dass es voll wird da der Zug an einem beliebten Freizeitpark vorbeifährt. Die Runde war zudem mit 22,9 Kilometer nicht die Kürzeste und für Tonic einfach zu weit.
So fiel meine Wahl auf Blaze und wir starteten sehr früh los. Gegen 8,30 konnten wir direkt vor Ort starten. Direkt am Bahnhof in Lembeck findet man das Schild zum Steig und die dazugehörenden Pinken Wegschilder.

Tourbeschreibung:
Ein kleines Stück ging es die Straße rauf, dann erreich man schon die Mitlicher Mühle und die Einkehrmöglichkeit Tante Gusto. Dieses sah so herrlich einladent aus, öffnete aber erst später. Die Mühle habe ich warum auch immer nicht besucht. Ich habe vermutlich nicht gelesen das sie ein Stück abseits liegt. Kurz über die Straße am Feld entland und dann ging es auch in den Wald. Hier begegnete uns am Waldrand auch das ein oder andere Wild. Ich war leider nur zu langsam mit der Kamera. Deshalb bleibt nur ein Schnappschuss der beiden vor uns. Sie blieben aber nicht die einzigen an dem Tag. 
Sonst haben wir keine Menschenseele getroffen in demWaldstück. Es war einfach nur ruhig und idyllisch.






Nach 3 Kilometern erreicht man die biologische Station des Kreis Recklinghausen, Hof Punsmann. 
Das ist ein wunderschöner Hof mit Obstwiesen. Ich habe tatsächlich einen Moment gebraucht um mich mit Hund in den Garten zu trauen. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht ob es gestattet war. Da aber niemand da war zum fragen, aber eben auch nicht zum stören, bin ich einfach mit Blaze da rein.
Und ich habe mich hier wirklich sehr lange aufgehalten. Nicht nur, dass ich das Haus mit seinen Fensterlädchen und dem Bäuerlichem Charme wunderhübsch fand. Ich fand eben auch den Garten und die Anbauweise interessant. Ich saß kurz an dem kleinem Teich mit dem niedlichem Steg, las mir das Schild über die Trockenmauer durch, roch an den Kräutern im Kräuterbeet und bewunderte das Gemüse.
Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht einfach vorbei gegangen bin, sondern hier auch rein bin. Wer mehr Infos darüber haben möchte, findet sie sicherlich hier... https://www.biostation-re.de/












Nach dem Bauerngarten ging es recht zügig wieder in den Wald. Hier ging es denn 122 Meter hohen Galgenberg hinauf. Auf diesem steht ein 1986 erbauter und 39 Meter hoher Feuerwehrturm. Diesen kann man fast bis ganz oben auf 36 Metern hinauf. Lediglich die letzte Plattform ist nicht zugänglich. Von diesem aus hat man einen Blick über den Naturpark Hohe Mark und kann das südliche Münsterland und das nördliche Ruhrgebiet überblicken. Ich habe Blaze unten kurz festgemacht. Blaze lässt eh niemanden an sich heran, ich konnte ihn sehen und ich war dort völlig allein. Konnte ich also kurz machen. 
Dann ging es wieder durch den Wald und durch wunderschöne Vennartige Wiesenlandschaften mit sandigem Boden. 






Nach ca.10 Kilometern geht es aus dem Wald hinaus Richtung Straße. Und dann läuft man einen Zaun entlang und steht plötzlich an einem Tor. Der Blick hinein, ein Wildpark. Wir sind am Wildpark Granat angekommen bzw auf der Rückseite. Und schauten auf eine Horde Dammwild. Der Weg führt dann auf kleinen Pfaden am Zaun entlang, bis zu Wildschweinen und dem Parkplatz. Dieser war sehr voll. Ich war hier noch nicht und habe auf eine Aussengastronomie gehofft um eine kalte Cola zu bekommen. Es war echt warm an dem Tag und die Kasse voll. Ich schaute vom Eingang aus erst auf ein Aussenwaschbecken und fragte einen jungen Mann über den Zaun, ob er mir die Hundeflasche an dem Hahn wieder füllen könnte. Das tat er netterweise auch. Dann war die Kasse leer und ich fragte ob für mich noch eine Möglichkeit zum einkehren käme auf dem Weg. Die Damen verneinten dies und dann gabs eine für mich nette Geste (die für mich nicht selbstverständlich war, weil viele eben streng nach Regeln handeln). Sie ließen mich trotz des Hundeverbotes ohne Eintritt in den Park, damit ich an die Gastronomie konnte. Eine kalte Cola und ein Eis holte ich mir und hielt mir die vielen Menschen mit dem Maulkorb am Hund fern. Blaze machte das aber gut obwohl es so argh voll war. Die Frau in der Gastro war über den Hund aber sichtlich irritiert. Ich habs ihr flott erklärt, mich nochmal an der Kasse bedankt und mich vom Acker gemacht.
Das Eis hab ich dann mit Blaze geteilt. Für die Cola bin ich noch den nächsten Berg hoch und weil es kaum Bänke gab auf dem Stück, hab ich mich oben in die Wiese gesetzt mit Blick auf ein paar Rinder.



Nun geht es weiter zum Walbeerenberg. Traumhafte kleine Waldpfade geht man hier entlang und erblickt in der Ferne den über huntert Meter hohen Fernmeldeturm. Allerdings erschien er von oben noch recht weit weg. Es geht noch ein ganzes Stück weiter. Vorbei an einem Haus wo ein Hund hinterm Zaun kräftig tobte und naja, meiner tobte mit auf der anderen Seite. So wollte er sich dann doch nicht kommentarlos anpöbeln lassen.
Irgendwann stand ich dann vor dem Turm und naja. Siehst halt einen Turm von unten, der noch dazu Baustelle war. Der Turm war auf meiner Strecke dann Kilometer 16. Das ich in meinem Fall tatsächlich nochmal 10 Kilometer vor mir hab, hätte ich vermutlich nicht geahnt. Wir machten hier auch nochmal eine lange Pause. Blaze nutzte diese auch wirklich zum schlafen. Hier war es allgemein sogar etwas voller. Viele Jogger und Radfahrer. Man merkte einfach, dass es nun Richtung Stadt geht.
Bei Kilometer 19 erreichten wir das Naturschutzgebiet Holtwicker Wachholderheide. Hier war eine Art Lehrpfad integriert. Auch die Umgebung war wieder eine andere. Sandwege, viele verschiedene Pflanzen, Insektenhotels und Bienenstöcke. Nachdem man dieses Gebiet durchquert hat, durchläuft man wieder nur Waldgebiet. Und dieses zog sich. Es war schwül, es nahm kein Ende und es ging nur stupide durch den Wald. Auf einem Weg wo viele Radfahrer unterwegs waren. Und dann waren meine Getränke leer. Ich konnte bedingt durch die schwüle Luft auch nicht mehr, meinem Kreislauf tat dieses Stück ohne trinken nicht mehr gut. Irgendwann ging es dann über die Autobahn und danach fand ich noch ein einziges Schild und danach war ich schlicht "lost". Die Schilder fehlten. Ich habe das nun aber schon öffter gelesen. Keine Ahnung ob jemand aus dem Wohngebiet die Wanderer nicht haben möchte. Aber die Schilder wurden einfach abmontiert und ich hatte eben keine Datei auf dem Handy.

Ich schlängele mich also mit Google Maps Richtung Bahnhof. Ich kam an einer Bäckerei vorbei mit einem Kühlschrank und Getränken, aber scheinbar klappt man hier die Bürgersteige eben Samstag Mittags hoch. An einer Tankstelle wurde ich dann fündig. Zwar fand ich nicht toll das ich Blaze anbinden musste, aber es war ja nur eine Tankstelle und ich hatte halt keine Wahl. Wenn ich mir meine Karte in der Garmin App anschaue, bin ich auch keinen Umweg gelaufen. Offziell endet die Etappe am Marktplatz, ich steuerte aber den Bahnhof an , der schräg darunter liegt. Meine Uhr zeigte mir genau 26 Kilometer. Auch das demotivierte mich. Auf den Schildern wurd die Kilometeranzeige bis Haltern gefühlt nicht weniger. Die auf meiner Uhr aber immer mehr. Ich war jedenfalls froh endlich im Bahnhof zu sein. Allerdings spielte Schalke wohl an dem Tag und das hab ich in meiner Planung nicht in Betracht gezogen. Ich saß Gott sei Dank mit Blaze gut. So störte mich auch nicht mehr, dass unser Zug erst nicht weiterfahren konnte, dann von der Polizei gestürmt wurde und schließlich in Essen endete und ich dort umsteigen musste. 






Fazit: Ich fand die Runde ansich sehr schön. Viel Wald, aber eben auch auf kleinen niedlichen Wegen. Ein paar Highlights wie den Turm und so gab es ja auch. Stellenweise waren auch viele knallpinke Bänke vorhanden. Den Wildpark habe ich für seine freundlichkeit sehr gefeiert. Die Wege waren toll, kaum Asphalt und bis zur Autobahn war die Beschilderung halt Tip Top. Wieso ich am Ende auf 26 Kilometer komme kann ich mir nicht erklären. Aber die letzten 3 Kilometer haben mich halt gekillt. Nicht von der Kondition, aber eben mangels Flüssigkeit. Ich finde die Runde aber absolut Empfehlenswert und hoffe bald noch weitere Teile angehen zu können. 

Infos:
Strecke: 22,9
Schwierigkeit: Schwer
Ausstieg: 210 m
Abstieg: 230 m


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