Unterwegs mit Hund auf dem Calmont-Klettersteig - naja in unserem Fall OHNE Hund.

17. Januar 2023 | erschienen in: / / / / |
Wie angekündigt kommt nun unser Bericht über den Klettersteig und somit der letzte Post der eigentlich in Jahr 2022 gehört. 

Ich möchte euch heute von einer Tour berichten die wir ohne Hund gemacht haben. Allerdings wollte ich diese Tour mit einem Hund machen. Habe dann gegoogelt ob das geht und habe fast gar nichts dazu gefunden. Ausser einem Bericht, der besagt hat "Das geht mit Hund". Einem der sagt, eher nicht und einer der sagt, dass es auf den Hund ankommt. 
Das war alles nicht sooo hilfreich. Ich hab dann noch Videos gefunden mit - keine Frage - höhenerfahrenen Hunden. Aber selbst da, sah ich eine Sequenz wo man an einer Stelle den Hund mehr oder weniger in der Luft vorm Abrutschen hinderte. Wenn auch am richtigen Geschirr. Die anderen schwierigen Teile, da sah man nicht wie das gelöst wurde. Deshalb werde ich euch heut berichten ob ich die Strecke für Hundetauglich halte und wenn ja, für wen und wie.

Aber erstmal ganz kurz eine Beschreibung des Klettersteigs. Lasst euch nicht durch das Wort irritieren. Es ist kein Klettersteig in dem Sinne wie man es aus Alpinen Gebieten kennt. Der Calmont ist Europas steilster Weinberg und gut 378 Meter hoch. Er hat zum Teil Neigungen von 68 Grad. 2002 wurde der Weg von den Gemeinden errichtet und vom Alpenverein "gesichert". Ca. 2 bis 3 Stunden solltet ihr für den Weg, den ihr aus beiden Richtungen gehen könnt einplanen.  Es kostet keinen Eintritt und hat keine Öffnungszeiten. Ihr solltet aber natürlich Wetter und Lichtverhältnisse beachten. 
Der Klettersteig befindet sich im oberen Drittel des Berges, oben drauf befindet sich dann noch der Höhenweg, sowie die Aussicht "Todesangst", der Vier Seen Blick und ein Gipfelkreuz. Auch ein römisches Nachgebilde soll da sein, ich erinner mich aber nicht mehr. Wir hatten es oben aber auch etwas eilig weil, da die Dunkelheit nahte. Wir sind nämlich erst Nachmittags gestartet und hatten den Höhenweg nicht mehr geplant. 

Festes Schuhwerk, etwas Kondition und Schwindelfreiheit solltet ihr mitbringen. Denn ihr lauft auf schmalen Pfaden, am Berg entlang und neben euch gehts zum Großteil direkt ab ins Tal. Der offzielle Hinweis zu Beginn lautet nämlich wie folgt " Begehen auf eigene Gefahr, nur für geübte Wanderer, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich". Es geht auf und ab durch den Berg, über kleine Stufen in Trockenmauern, 6 Leitern, 16 Trittstifte und 22 Trittbügeln.  Ihr könnt euch oft nirgends festhalten. An einigen schwierigeren Stellen sind Seile angebracht. Den Weg entlang zu laufen ist an und für sich kein Problem. Ihr müsst aber eben ausschalten das es neben euch arg runter geht, ihr Gegenverkehr habt auf dem schmalem Weg und ihr eben nicht irgendwo festgemacht seid. Gerade bei einer Leiter die auf einem Felsvorsprung steht geht es hinter euch direkt ab. Wer dann, so wie ich, etwas mit der Leiter zu kämpfen hat und sich umdreht und dann den Gedanken hat, wenn ich nun Fall lieg ich ganz unten, sollte diesen Steig ggf. lassen. Ich bin im Grunde schwindelfrei und trittsicher. Ich bin aber vorsichtig beim Laufen weil mir klar ist, wie schnell man mal abrutscht. Aber ich hab kurz mit einer Leiter gehadert und hatte dann etwas Panik vor den anderen. Die Bügel und Stifte sind was für Leute die gern ein wenig kraxeln und stellten kein Problem dar. 
Die Sonne heizt den Berg zudem sehr auf. Es wurde bei uns im Oktober schon sehr warm mit der Nachmittagssonne. Deshalb wird hier auch eine Kopfbedeckung emphohlen. Aufgrund der Menschen empfiehlt sich besonders am Wochenende eine frühe Anreise. 

Jetzt aber unsere Tourbeschreibung.
Mittwochs Nachmittags, bestes Wetter, morgens schon an der Hängebrücke gewesen, die Hunde müde. Aber hey, das Wetter ist gut und ich wollt doch mal zu diesem Berg. Komm wenigstens mal angucken. Die Hunde ließen wir mangels Informationen im Wohnwagen. Die Temperatur ließ das auch zu. 

Wir haben kurz vor Bremm am Parkplatz an der Seite geparkt und sind das Stück bis Bremm gelaufen. Ab da war es gut ausgeschildert und es ging das erste Stück in den Weinberg. Vorbei an der Kirche kommt man dann zum ersten Hinweisschild. Ab hier geht es richtig in den Berg. Rechts ging es ab nach unten, links eine Mauer. Hier war noch recht viel los, allerdings legte sich das, nachdem eine Abzweigung links hoch kam, die zum Gipfelkram und den Hohenweg ging. Dieser Weg soll recht steil hoch gehen und man benötigt wohl ca 40 Minuten hinauf. Wir sind den Weg natürlich nicht gelaufen sondern geradeaus weiter. Der Weg schlängelt sich quasi durch diesen Berg. 
An einer Stelle kam ein Geländer und da hing ein Metall-Nudelsieb dran. Wer sich also über dieses Alu-Hut Foto meines Mannes wundert. Ist ein Nudelsieb. Ich bin mir sicher das sich diesen Selfie Spaß so einige dort gönnen. 





Die Aussicht die einen auf diesem Weg begleiten, meist mit freier Sicht auf die Mosel und die umliegenden Weinfelder ist bombastisch. Man bleibt oft stehen und macht ein Foto, schaut wie sich der Blick aufs Tal immer wieder verändert. Die Brücke in Eller war anfangs noch weit weg und nur in der Ferne sichtbar. Je näher sie nachher kam, desto näher wussten wir sind wir am Ziel. Der Weg macht Spaß. Mal Trampelpfade und mal über Stein. Abwechslungsreich kann man das wohl auf jedenfall nennen, wenn man bedenkt das wir hier an der Mosel sind und nicht in den Bergen.

Die Monorackbahn begleitet uns fast die ganze Strecke immer wieder. Wer nicht weiß was das ist. Es ist eine Schienenbahn die richtig steil den Berg runter fährt und die von den Winzern genutzt wird um Trauben und Geräte zu befördern. Meist knattern diese laut und fahren recht langsam im Berg herum. Oft bestehen diese Teile quasi aus einem Sitz und einer Art Waggon.  Hier und da standen Notfallkennzahlen dran. Wir gingen davon aus, dass man über die Monorack-Schienen gerettet wird. Aber wenn man davor steht und sieht wie steil die hinab geht. Bin mir nicht sicher ob ich damit hinunter wollen würde. Ich würde aber generell nicht in diesem Berg arbeiten wollen. Da hab ich echt Respekt vor. 





Und dann kommt man irgendwann an diese schöne Kraxelstelle. Es sind nur 26 Meter zu überwinden und wenn man kein Problem damit hat das man sich an ein Seil klammert und direkt an der Bergwand lang hangelt über Felsbrocken, dann macht das einfach richtig spaß.

Weiter gehts und es geht zum Teil hinauf über Trittbügel. Und dann steht man vor der ersten Leiter, die in unserem Fall hinauf ging. Sie steht auf einer Felskante und hinter einem ist eben nichts. Dies war die einzige Stelle wo ich ein Problem mit hatte. Diese Leiter muss man halt bis hoch klettern und kann dann ans Seil greifen. Ich bin aber ein kleiner Leiter-Angsthase und habe mich nicht bis auf die letzte Stufe getraut um meinen Fus auf den Absatz zu bekommen, zudem hab ich mich umgedreht und gesehen wie es hinter mir hinab ging. Aber aufgeben ist ja keine Option und "Hey, das ist nur eine dumme 2 Meter Leiter" Das kann jedes Kind. Hab ich ja auch geschafft.







Dann geht es wieder gemütlicher weiter. Durch Weinreben, vorbei an Bänken und sogar überdachten Sitzgelegenheiten. Hier und da sitzen Menschen auf den Trockenmauern, machen Pause und genießen die Aussicht. 
Hier trifft man Rentner, Wanderbegeisterte junge Leute, Familien mit kleinen Kindern. Ein Klettersteig für Jedermann. Ob das auch ein Klettersteig für Jederhund ist, sage ich euch aber erst später. 






Die nächsten Leitern gehen dann für uns nach unten. Wenn man natürlich in Eller startet gehen alle hoch und die letzte runter - logisch ne. Hier geht es nochmal eine 3 Meter Leiter runter um auf einer Plattform zu landen, wo dann nochmal eine 5 Meter Doppelleiter zu überwinden ist. Diese war tatsächlich etwas anders konzipiert und so war sie für mich kein Problem. Diese gingen nämlich relativ bis zur Kante und hatten dann einen Haltestab. Überwindung hat es mich aber trotzdem etwas gekostet. Eine letzte Leiter von 2,5 Meter wird euch dann noch begegnen, bevor es nochmal etwas zum kraxeln gibt. 






Am Ende des Steigs in Eller an der Schutzhütte Galgenley, hatten wir nun zwei Möglichkeiten. Runter und an der Straße zurück, oder weiter hoch über den Höhenweg. Man sagte uns, es sei 10 Minuten nach oben. Naja, es war etwas mehr als 10 Minuten. Das erste Stück war sehr steil, felsig und uneben. Denn man ist stellenweise auf rutschigem Schiefer unterwegs. Dann ging es im Wald weiter hoch. Zugegeben, hier habe ich mich ansich etwas übernommen. Zudem war ich viel zu warm angezogen weil ich unterschätzt hab wie sich dieser Berg aufwärmt. 

Vorbei an der "Todesangst", die aber nur ein Aussichtspunkt mit Fähnchen ist wo man keine angst haben muss, geht es weiter auf dem Berg entlang. Ein Stück durch einen idylischen Wald. Ab und an hatte man links und rechts tolle Ausblicke und dann landet man am Vier Seen Blick. Eine Holz-Aussichtsplattform. Vier Seen gesehen - haben wir aber nicht. Aber einen grandiosen Blick über die Moselschleife. Das letzte Stück bis zum Gipfelkreuz war ein Klacks. Hier oben kommt man sehr gut und schnell vorran. Einfach laufen ohne groß nachzudenken wo man hintritt. 

Am Kreuz war es etwas voller und die Sonne ging unter. Eigentlich wolten wir den Weg wieder runter, um an der Gabelung vom Anfang auszukommen. Wir sind auch ein Stück den Weg hinab bis zu einer kleinen Schutzhütte. Es ging nur sehr sehr langsam vorran weil der Weg sehr steil und zum Teil glatt war. Ich wäre den weiter gegangen, mein Mann war dagegen weil wir einfach kein Licht hatten und es gleich flott dunkel werden würde. Also sind wir wieder hoch und sind einen 5 Kilometer langen Weg aussenrum gegangen, der dafür aber unegfährlich war auch in der Dunkelheit. Wir sind ja sehr spontan los und wollten eigentlich unten an der Straße zurück. Wenn man da aber im Berg steht und die Wahl des Höhenweges hat, ist das schon verführerisch und so haben wir uns zeitlich etwas verschätzt. Vielleicht haben wir aber auch einfach hier und da zuviel in der Gegend rum geschaut. 

Jedenfalls können wir die Strecke nur empehlen. Es macht spaß, tolle Aussicht, tolle Wege und gute Rastmöglichkeiten. Wer kein Problem mit der Höhe und den Wegen und Leitern hat, nur zu! 






Und jetzt zum Thema was ich bisher ausgelassen habe : Hunde am Calmont!

Es kommt da einfach auf einige Faktoren an wie meine Meinung ausfällt. Für uns war die Entscheidung richtig ohne Hund zu gehen. Das liegt an folgenden Dingen. Unsere Hunde sind was Höhe betrifft beide angstfrei, und sie kennen auch unenbenes Gelände. Aber bei Blaze hätte es damit angefangen, dass es für ihn mit den Menschen viel zu Eng gewesen wäre. Wir haben uns oft an die Mauer gequetscht um andere durch zu lassen. Das wäre für Blaze nichts gewesen. Uns kam zwar kein Hund entgegen, hätte aber auch sein können. 

Uns kam kein Hund entgegen .... vermutlich aus gutem Grund. Die Wege ansich sind für Hunde gut zu laufen. An den Stellen wo man mal hoch oder runter kraxeln musste, wäre ein Hund locker mit gekraxelt und hätte seinen Weg gefunden. Darin sehe ich gar kein Problem. Wenn die Hunde dann noch wie bei uns an einem anständigem Geschirr an uns dran hängen und gesichert sind - Warum nicht? Feuer frei für diese Tour. Unsere Geschirre haben Griffe und man hätte den Hund auch gut unterstützen können in der ein oder anderen Passage. Für kleinere Hunde eh kein Problem. Alles in allem ist das natürlich auch eine Sache der Fitness des Hundes. Ich war stellenweise etwas mit mir und dem Weg beschäftigt und bin am Ende froh das ich nicht noch auf zwei Hunde achten musste. 

Wo ich ein Problem sehe sind die Leitern. Ich hatte vorher gelesen das Hunde diese durch die Weinberge umgehen können. Das heißt aber einmal, dass mein Hund durch den Weinberg latscht wo er vermutlich nicht durch soll und es heißt, dass er ungesichert in dem Abhang rumläuft. Ich weiß das viele Hunde sowas toll machen. Viele aber eben nicht, weil sie vielleicht dann doch etwas übermütig sind. Ich teste sowas einfach nicht und halte vorallem Tonic dazu nicht in der Lage. Zudem habe ich nur eine Leiter gesehen wo ein umgehungstrampelpfad sichtbar war. Ich hab nämlich extra drauf geachtet. In einem anderem Bericht stand, dass an diesen Umgehungen mitlerweile Zäune sind. Ich hab jedenfalls nicht an allen Leitern eine Möglichkeit gesehen, den Hund nicht durch tragen da hoch oder runter zu bekommen. 

Tragen, je nach Größe kein Ding. Wenn man selbst dann noch die Leiter hinbekommt. Einen 30 Kilo Labbi trag ich vermutlich keine Leiter hoch. Blaze trägt ein Klettergeschirr. Ich kann da seine Beine befestigen und man könnte ihn so richtig gut heben ohne das er aus dem Geschirr rutschen könnte. So könnte man ihn entweder an einem Seil rauf und runter befördern oder sich ihn an einer Vorrichtung hinten oder vorn umhängen. Man hat die Hände dann frei. Das wäre die Lösung die für mich in Frage käme. Mancher ist da etwas abgestumpfter als ich, dass muss am Ende eben jeder selbst für sich und seinen Hund entscheiden. Wenn man die richtige Ausrüstung hat und zu zweit ist um sich zu helfen, dann glaube ich macht die Tour mit Hund sehr viel Spaß.

Zu beachten wäre noch, dass von Mai bis August in vielen Weinbergen zudem Pflanzenschutzmaßnahmen stattfinden, wo Pestizide per Hubschrauber versprüht werden. Da sollte man sich auf jedenfall nach den Zeiten erkundigen.




3 Kommentare:

  1. Eine wunderbare Tour, aber bei den Leitern hätte ich gestreikt - und auch meine Wanderbegleiterin mag mich "Labi" nicht auf Händen tragen.
    Dir ganz liebe Gruse von Ayka mit Erika

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  2. Ich gestehe, ich hätte bei der ganzen Tour gestreikt ... aber ich bin weder höhentauglich noch trittsicher ;) Aber es hat Freude gemacht, euch zu begleiten und die Aussichten zu erleben. Schön auch, dass sich jetzt Hundebesitzer ein genaueres Bild davon machen könnn, ob die Tour etwas für sie und ihren Vierbeiner ist.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Roy

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  3. Die Aussicht ist ja der Wahnsinn! So schön, der Blick über die Moselschleife! In so Momenten bin ich dann ab mir selber genervt, dass ich dafür ein viel zu grosser Angsthase bin.
    Liebe Grüsse
    Nadine mit Ciarán

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