Allgäu 2019 - Urlaubstagebuch Teil 7 - Alpspitz Nesselwang/ Wasserfallweg

1. Mai 2020 | erschienen in: / / / / |
Heute kommt der letzte Bericht dieser Reihe. Ich bin ja etwas traurig weil es wirklich der tollste Urlaub der letzten Jahre war. Die perfekte Mischung aus abgammeln, anstrengenden schönen Wandertouren, leckerem Essen und Erholung.

Tag 12

An unserem letzten Tag wollte ich unbedingt nochmal hoch hinaus und das ohne Seilbahn oder ähnlichem. Dabei ist auch mit Apps wie Komoot oftmals schwer abzuschätzen wie machbar das mit Hunden in dieser Größe ist. Noch dazu wollte ich eigentlich einen nicht ganz so gut besuchten Gipfel finden. Warum es aber doch gut war, dass wir sowas nicht gefunden haben erzähl ich am Ende.

Ich hab viel gegoogelt was mit zwei Hunden so machbar ist und bin auf viele Wege gestoßen wo davon abzuraten war, zB. wegen Absturzgefahr. Da ich gleich zwei an mir dran hängen hab kam das also nicht in Frage. So stieß ich auf den Wasserfallweg in Nesselwang der auf die Alpspitz in Nesselwang führt. Es gibt zwar noch andere Wege nach oben, jedoch las sich dieser sehr toll.
Vom Parkplatz aus ging es wieder sehr früh Richtung Wald, wo man direkt auf Wegweiser traf. Der ganze Wanderweg war super ausgeschildert. Wir gingen über kleine Holzbrücklein an einem Bach entlang. Das gefiel uns sehr. Ich muss dazu sagen, es war ein sehr sehr sehr warmer Tag.

Die Berichte die ich vorher gelesen hab, waren entweder was älter oder eben nicht ganz ausführlich. Denn in den Berichten stand, dass man über Holztreppen und Brücken läuft. Umso blöder mein Gesicht als wir irgendwann vor Gittern standen. Nungut, das war machbar und so ließen wir uns davon nicht aufhalten. Joy fand das wirklich doof (ich hab auch hier wieder Videoschnipsel hochgeladen) und versuchte wo es nur ging den Gittern auszuweichen. Mal ging es drunter durch den Berg so hoch, mal fand sie seitliche Trampelpfade. Ich hab mich wirklich gefragt wer die sonst wohl nutzt. Blaze hat die Gitter ganz souverän gemeistert , als wenn er nie was anderes kennengelernt hat. Wir waren Gott sei Dank allein unterwegs.
Joy ist so brav gelaufen, dass ich sie zwischendurch abgeleint hab damit sie auch drunter her konnte. Oder statt über die Brücken unten durch den Bach konnte. Sie hat das auch wirklich gut gemacht. Als die Brücken jedoch höher wurden und Joy sehr auf der Kante tänzelte, hab ich sie doch lieber wieder festgemacht. Auch konnte sie unter der wenigsten Treppen drunter durch, da hab ich auch festgemacht. So toll sie auch läuft, ich möchte meinen Hund doch lange behalten.




Neben diesem Wassertrepplein haben wir auf einer Bank dann eine kleine Pause gemacht. Ein wenig Süßkram und so. Die Hunde fanden den Weg toll. Jederzeit was zu Trinken und Abkühlung. Wir haben uns dahingehend für den richtigen Weg entschieden. Was wir vielleicht nicht ganz bedacht haben war das Wetter. Während wir uns unten noch über kühle Waldluft gefreut haben, ist es weiter oben wie in einem Tropenhaus im Zoo gewesen. Da will man meist raus, ging hier aber nicht. Die Luftfeuchtigkeit war enorm und obwohl es so früh war, war das Shirt von meinem Mann komplett nass und als wir oben ankamen war er nur noch am dampfen. War irgendwie lustig.
Ich hab dann ein Foto gemacht und dabei festgestellt das ich meine Gesichtsfarbe etwas verloren hatte. Und das obwohl es mir sehr gut ging.

Nach den Gitterbrücken kamen dann tatsächlich noch Holztreppen oder eher Stufen. In der Ferne hörten wir immer das Geräusch einer Zipline, sahen sie aber noch nicht. Wir erhofften uns aber dadurch einen Hinweis auf unsere Höhe, denn Aussicht gab es bisher ja kaum. Am Ende des Weges, trennten wir uns. Der Weg führte bzw. kreuzte nämlich einen breiten Schotterweg für Autos und mein Mann entschied sich diesen Weg nach rechts zu nehmen, in der Hoffnung das er länger ist, aber nicht so steil. Vorweg, mein Mann war eher oben als ich. Denn ich habe mich geradeaus für den naturbelassenen Bergpfad entschieden (ja ich wollt ihn unbedingt gehen und er war genau wie ich es mag). Blaze fand das als Herrchenhund sehr doof und so nahm jeder "seinen" Hund. Glück für Joy, sie durfte wieder etwas frei laufen. Es ging querfeldein, über Stock, Stein, Wurzel und Bäume. Allerdings habe ich dadurch auch was länger gebraucht. Und endlich gab es auch mal eine weite Aussicht.

Am Ende meines Bergpfades wurden wir schon empfangen. Nur als Info für euch, ich stelle mein GPS vom Handy für meinen Mann immr frei. So kann er sehen wo ich mich befinde und mir jemanden genau hinschicken wenn was ist. Das haben wir an der Ahr schon so gemacht als er Zuhause war. So gibt es wenigstens immermal einen Anhaltspunkt wo ich ungefähr verloren gegangen bin wenn ich regelmäßig Punkte setze.
Mir war sein Weg übrigens zu lang wegen dem Umweg, da wusste ich aber noch nicht das er ja schneller da ist. Naja egal. Er stand ja dann schon da und war froh über die kleine Pause. Wir landeten an der Seilbahnstation und ab nun wurd es wieder mal voll. Ein paar Viecher bereicherten unseren Weg obwohl ich mit den Hunden immer einen Heidenrespekt davor hab. Warum auch immer Leute ihre Hunde dort ableinen wo Tiere auf dem Weg stehen ist mir ein Rätsel. So ruhig der Weg bisher war, umso wuseliger war er nun. Zwischen den Kühen die auf dem Weg standen, laufende Hunde. Und so hatte auch ich ein Problem und auf mein rufen den Hund bitte anzuleinen, folgten Versuche das der Hund überhaupt kommt. Mittlerweile hatte es sich zugezogen. Warm war es trotzdem und mein Mann hatte schon beide Flaschen leer, 3 Liter!
Wieder eine Alm die zu war ...gibts ja nicht.

Nach weiteren Metern Bergauf, quer über die Kuhweide, hin zu einer Aussichtsplattform war es fast geschafft. Noch durch ein Tor und dann über die Felsen und Steine nach oben an den Gipfel. Und dann saßen da erstmal 25 Leute mit Tupperdosen und Frühstückten direkt am Kreuz. Ans Foto machen war erstmal kaum zu denken. Freilaufende Hunde gabs auch wieder auf den 5 Quadratmetern die man gefühlt noch oben stehen konnte. Zwangspause! Erstmal setzen und da alle anderen ja nun auch da am Essen waren, taten wir das auch erstmal. Milchbrötchen auf die Hand quasi. Irgendwann klappte es aber auch mit dem Foto, zumindest bei mir. Die Leute waren alle weg und es kehrte einen kleinen Moment ruhe ein, bis die nächsten dann kamen. Aber das waren dann zum Glück nicht so viele.
Dann kam der Abstieg und auch hier gab es eine doofe Situation mit Blaze. Wir mussten sehr eng durch die Kühe, da waren vielleicht 2 Meter zwischen. Es war aber der einzige Weg runter. Auf dem Weg nach oben standen die noch Abseits der Pfade. Vor und hinter uns waren Menschen auf dem Pfad. Ich nahm Blaze eng hinter mir damit er vor mir nicht doch mal ne Kuh anbellt. Und dann fasste während ich es nicht sah, als es sich vor uns staute und wir kurz anhielten, eine Frau an Blaze und quatschte ihn an. Er drehte sich um und bellte sie an, wodraufhin sie ihn noch mehr zulaberte. Mein Mann fragte was das denn solle und sie sagte nur, "naaa bellen darf er ja". Er hat sie eigentlich richtig lautstark verbellen wollen. War ihr aber egal. Sie fand das lustig. Daraufhin kam ein Vortrag meines Mannes darüber das man nicht einfach an Hunde fasst, vorallem von hinten. Und das man jedem Kind beibringt nicht einfach an fremde Hunde zu tatschen. Gut, die beiden haben sich richtig angemault und die Dame war auch sehr uneinsichtig. In dem Moment muss ich meinem Hund wiedermal Recht geben. Den hat einfach keiner von hinten aus dem nichts anzufassen. Klar soll er aus meiner Sicht nicht bellen. Aber solang ich ihn vor solchen Situationen aus seiner Sicht nicht schützen kann, wird er sich selber helfen und hat irgendwie Recht. Das was da den ganzen Urlaub mit Blaze passiert ist, ist eine eine riesige Unart mancher Menschen .
Ab der Seilbahn waren wir wieder allein auf dem Weg und der Weg war auch frei und mit Abstand zu anderen Tieren.



Jetzt kommt der Super Gau des Urlaubes. Wir gingen nicht den Wasserfall hinunter sondern haben uns für diesen 4 Kilometer langen Lieferweg entschieden. Anfangs war er noch recht flach, danach ging es ähnlich wie beim letzten mal gut bergab. Wieder auf diesem doofem Kies. Es ging sehr langsam vorran und wir brauchten ein paar Stunden gemütlich runter. Dazu kam das mir die Zehen weg taten, da sie sich beim Bergabgehen vorn in die Schuhe gedrückt haben. Das hatte ich die Tage vorher in den Trekkingschuhen schon, weshalb ich mich an dem Tag für meine Trailrun Schuhe entschieden hab. Hat bergab aber kaum einen Unterschied gemacht. Der Weg ging vorbei an der Zipline, wo wir begeistert hinterherschauten wie die Leute ins Tal rauschen. Die Hunde waren gut drauf aber hier fehlte nun der kühle Bach. Ich sah wie mein Mann sich noch recht weit oben an die Finger fasste und sagte das sie so dolle angeschwollen sind und der Ring drückt.

Irgendwann waren wir unten und trafen wieder auf den Wasserfallweg. Wir waren sehr froh zu wissen das wir nun endlich am Auto sind. Achja, natürlich war auch mein trinken nun leer. Wir konnten das Auto schon sehen, da fällt meinem Mann auf, dass der Ehering weg ist. Die Finger nun abgeschwollen. Wie war das eben mit dem Klima? Wir liefen nochmal zusammen ein Stück zuruck, nichts!Er war wirklich geknickt und sehr traurig. Wir haben dann Maut bezahlt um diesen Weg mit dem Auto hoch fahren zu dürfen. Ich ging dann alleine nochmal den Weg runter. Im Schleichtempo weil ich ja nun auch noch die Augen offen halten musste. Ich warf sogar meinen Ring in die Steine um zu schauen ob er reflektiert und um abschätzen zu können wonach ich schauen muss. Mein Mann fuhr mit dem Auto wieder runter und fuhr dann zur Touristeninformation und der Seilbahn um eine Verlustanzeige dazulassen.
Ich wanderte stundenlang mit schmerzenden Füßen ohne trinken hinunter und sprach Leute an. Es waren einige Walker und Mountainbiker auf dem Weg auf Tour. Unten trafen wir uns dann am Auto wieder. Jetzt war die Laune wirklich im Keller. Dagegen war der Kamerasturz und der Rest nichts. Mein Mann war wirklich sauer auf sich, ich hingegen nicht. Bringt ja nichts, aber das Richtige konnt ich in dem Moment auch nicht sagen. Er war traurig und enttäuscht.
Mittlerweile war es Abends, dass erste mal waren wir gegen 15.30 Uhr unten. Zum Glück waren wir am Abend vorher essen und wollten uns den letzten Abend für den See lassen. Daraus wurd nichts mehr. Wir packten nur noch flott unsere Sachen, bauten noch ab. Am nächsten Tag war Abfahrt. Eigentlich wollten wir auch nochmal Zwischenübernachten. Aber Tortens Laune stand auf "durchfahren".

So ging ein wirklich toller aber auch mit dollen Pannen behafteter Urlaub zu Ende. Aber wir hatten durch die Pannen ordentlich zu erzählen. Mein Mann war noch tagelang angefressen. Und dann kam der Tag der Tage. Fünf Wochen nach unserem Urlaub erhielt mein Mann eine Whatts App, eine Mail und einen verpassten Anruf. Ein netter Herr war dran und dieser hat tatsächlich den Ring gefunden. Das Fundbüro hat dem Finder unsere Daten rausgegeben und wir sind da sehr Dankbar für. Wir nehmen es nicht so ganz eng mit dem Datenschutz in diesem Fall. Ein paar Tage später hielten wir den Ring wieder glücklich in den Händen. Zwar lediert, aber er war zurück! Ihr könnt euch nicht vorstellen wie groß die Freude war und wie Dankbar wir dem ehrlichem und bemühtem Finder waren. Da zahlt man gern Finderlohn! Es ist nicht selbstverständlich das einer mit einem Fundstück im Urlaubsort erst zum Fundbüro rennt und sich dann um den Versand usw. kümmert. DANKE!
Auf diesem Schotterweg ging der Ring flöten, irgendwo in 4 km Strecke



Liebe Grüße und einen schönen Start ins lange Wochenende!


Kommentare:

  1. Dein Bericht hat mich traurig gemacht und war nicht immer schön zu lesen. So stellt man sich einen Urlaub nicht vor.

    Das Happy End hat mich dann aber soooo gefreut. Wie schön, dass der Ring wieder da ist.Habt Ihr eine Ahnung, wie er verloren gegangen ist?

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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    1. Es war trotzdem ein wirklich schöner Urlaub. Er hatte nur so seine Tücken über die wir aber echt lachen können. In dem Moment wo der Hund fast erstickt und man keinen Arzt erreicht, die Kameras ins Wasser fallen oder oder oder ist halt mal kurz Laune angesagt, aber es war ja Recht flott wieder alles gerettet. Und wie man sieht, die Fotos sind auch mit der Ausweichkamera super geworden.

      Das man uns die Hunde nicht in Ruhe ließ war wirklich nervig, machte die Eindrucke von Natur und Co bzw. allgemein aber eben nicht schlecht. Es war da halt leider nur viel ignoranz von Nicht Hundehaltern in Touristenform unterwegs. Habe ich in der Form damit ständig konfrontiert zu sein bislang in keinem Urlaub erlebt.

      Das mit dem Ring war dann ja zum Glück echt der letzte Tag. War ärgerlich und ja wir wissen wie er verloren ging. Die Erklärung dafür....Blödheit. Er hat den Ring statt in die Tasche zu stecken nämlich an einen anderen Finger gesteckt. Nur hatten sich die Finger unten halt wieder normalisiert. Zack Ring weg. Torsten war da wirklich sehr traurig drüber aber wir konnten es nunmal nicht mehr ändern. Wir haben die 4 Km halt per Auto und zu Fuß abgesucht und eben die Zettel abgegeben. Es war einfach Sauglück das er gefunden und dann auch noch gemeldet wurde. Ich sehe die Postings gefundener Eheringe bei Facebook seitdem ganz anders. Ich hab sogar die ersten Wochen in diversen Gruppen des Ortes geschaut ob da wer was gefunden hat. Die Freude war wirklich riesig als der Anruf kam und wir konnten das kaum glauben.
      lg BEcki

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  2. Skadi ist ja auch eine Hündin, die fremde Menschen nicht mag. Wir versuchen daher immer, anderen Menschen aus dem Weg zu gehen. Aber manchmal klappt das eben nicht.

    Über den Fund eures Eheringes freue ich mich. Mein Mann hängt auch sehr an seinen und hat ihn mal beim Händewaschen verloren. Bei der Arbeit. Der Hausmeister musste die kompletten Rohre auseinander nehmen. Aber er hat ihn wieder gefunden :)

    Liebste Grü0e
    Dani mit Inuki und Skadi

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  3. Euer Urlaub hatte wirklich alles - Höhen, Tiefen, wunderbare Momente, Abenteuer und etwas Trauriges an Ende ... wie gut, dass es dann aber mit dem Ring noch ein gtes Ende gab. Ich kann mir vorstellen, wie Dein Mann sich geärgert hat - ich habe vor Jahren den alten Ehering meiner Großemutter verloren und hoffe heute noch, dass er gefunden wird.
    Ich bin nach Deinem Bericht sehr froh, dass wir bisher zumindest mit dem ungefragten Anfassen unserer Hunde noch nie wirklich ein Problem hatten in den letzten Jahren. Das hätte mich auch sehr genervt.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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  4. Der Urlaub war ja sehr ereignisreich. Als wir mal im Wanderhotel Südtirol gewesen sind, waren wir auch mit unserem Hund viel an der frischen Luft :)

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