Aber die traurige Realität ist, dass unser Blaze uns viel zu früh und viel zu plötzlich verlassen hat. Was anfangs aussah wie eine Magenschleimhautenzündung, entpuppte sich mit Ankunft der Blutwerte als sehr großen Tumor der bereits gut gestreut hat. Vier Wochen hätten wir noch irgendwie rausholen können - das kam für uns aber keine Sekunde in Frage. Wir hätten das sehr Eigennützig und unfair gefunden dem Blaze gegenüber. Denn die Gefahr das er reißt und er dann sehr qualvoll stirbt bevor wir in der Klinik sind war hoch. Und so blieb uns vor Ort nur die Entscheidung die da unausweichlich war, recht zeitnah umzusetzen. Ich bin noch eine Runde gegangen, Torsten holte die Kinder, ich wollte mich verabschieden. Aber ich glaub Blaze wollte meiner Stimmunug nur noch ausweichen. Er war an dem Tag gut drauf, hat gefressen und vor der Klinik gepöbelt. Aber er war immer schon sensibel auf Stimmungen und ging dann ins Meiden. Meine Stimmung nach der Diagnose und dem Blick darauf was gleich folgen sollte, könnt ihr euch denken. Ich wollte Nähe, er nicht. Und das hab ich bis auf wenige Momente auch akzeptiert, auch wenn es mir das Herz gebrochen hat.
Auch ihn haben wir mit nach Hause genommen. Haben noch ein wenig Zeit mit ihm im Wohnzimmer verbracht und uns in Ruhe verabschiedet bevor der Rosengarten ihn abgeholt hat.
Seitdem ist es sehr leise hier. Ich dachte Joy war schlimm. Aber das jetzt ist schlimmer. Weil ich mir schon lang vorher Gedanken gemacht hab, weil er älter wurde, weil ich Angst hatte das wieder ein Hund zu früh geht und dann passiert genau das. Man spielt alles im Kopf durch, man hinterfragt alles. Die Luft, das Futter, das Wasser….aber am Ende ist das wirklich nur Zufall. Und vom Gefühl ist es auch nach einer Woche so, dass er eine Riesen Lücke hinterlassen hat. Und ich glaube weil er war wie er war. Nicht der leiseste, nicht der einfachste….Einfach aus der Tür - war nicht, eine unaufmerksame Runde gehen - war nicht, fremde Menschen begrüßen - war nicht….
Er hatte so viele Eigenarten die zu ihm gehörten und im Alltag oft anstrengend waren. Und jetzt wünschte ich mir sie alle zurück. Ich hab oft verflucht das wir so viel managen mussten, obwohl ich soviel trainiert hab - aber ich hätte das gern getan bis er 16 gewesen wär. Das er nicht mehr da ist, ist so unwirklich.
In den 9 Jahren waren wir nur zwei Nächte getrennt. Alle anderen Nächte lag er eng an mir dran. Er war ein sehr feinfühliger Hund, der engen und aufdringlichen Körperkontakt liebte. Der hät seine Seele für uns verkauft. Und ich meine um ihn behalten zu können.
Ich bin einfach so traurig und wütend zu gleich. Wütend das ich wieder einen Hund gehen lassen musste der noch nicht soweit war. Und dann sehe ich Hunde um die sich so mies gekümmert wird und die werden 16. Und ich geb alles für meine Tiere und hab irgendwie kein Glück.
Uns bleibt aber das wir 9 tolle Jahre hatten. Voller toller Dinge die wir ausprobiert haben, voller Reisen und Abenteuern. Er hatte immer Bock auf alles, war für alles zu haben. Ich weiß noch gar nicht wie es ohne ihn werden soll. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen und es ist immernoch wie ein ganz böser Traum.

