Buch: Hallo, ich rede mit dir! - Katrin Scholz

15. April 2026 | erschienen in: |

Kosmos-Verlag, April. 2026, 207 Seiten, Hardcover, 25 Euro 

Offizieller Text:

"Hunde wollen sich an ihrem Menschen orientieren, brauchen jemanden an ihrer Seite, dem sie vertrauen können und der sie führt. Katrin Scholz - Hundetrainerin und Verhaltensbeobachterin - lebt mit über 30 Hunden zusammen, ihre eigenen und Hunde aus dem Tierschutz. Sie alle leben mit engem Familienanschluss im Haus und dürfen täglich raus in die Natur - auch in den Freilauf. Durch das enge Verhältnis und intensive Beobachten der Hunde hat Katrin ihr eigenes Führungskonzept entwickelt und möchte dieses mit anderen Hundemenschen teilen. Sie zeigt, wie Hunde miteinander umgehen, welche Dominanzgesten eingesetzt werden und wie Führungsanspruch gefordert und auch wieder abgegeben wird. Ihr Konzept kann sowohl in der Einzelhundehaltung als auch in der Hundegruppe angewendet werden. Erstmals kann man an dem großen Erfahrungsschatz der "Hundeforscherin" teilhaben, ihr über die Schulter blicken und eine neue Sicht auf seinen eigenen Hund gewinnen."

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Ich bin wirklich sehr hin und her gerissen über dieses Buch. Ich kenne natürlich Katrins Account und ihre Videos. Ich bewunder das auch. Aber ich bin keiner dieser Klassischen Anhänger. Ich bin durchaus auch skeptisch und war es auch als ich das erste mal das Inhaltsverzeichnis lesen konnte. Da war schon 2839 mal das Wort Führung zu lesen und ich finde das oft schwierig. Ich habe mich trotzdem sehr auf dieses Buch gefreut und war auch recht enttäuscht das sich das Erscheinungsdatum verschoben hat.

Nun nahm ich das Buch wirklich gespannt zur Hand. Es begann wirklich gut mit dem Dominanzthema und erklärt das wirklich toll. Nicht nur so angerissen, sondern wirklich eine mega Erklärung warum ein Hund nicht ansich Dominant ist.

Es geht dann über in Beziehungen und der Frage wer führt. Nun kommt das eigentliche Thema des Buches - Führungsgesten. (Dominanzgesten). Bei Lesen fand ich den Teil wirklich doof. Ich hab das gelesen und fand voll oft so: macht mein Hund auch, macht er auch und dies auch. Ich hatte plötzlich kurz das Gefühl hinterfragen zu müssen was ich falsch mache und dachte so, wie blöd. Denn wer uns kennt weiß - Ich habe mit Tonic gar keine Probleme und dieser Hund stellt auch nichts in Frage. Der ist einfach ein netter Hund der auch eigentlich immer super hört. Wenn man aber liest, der Hund fragt die Führung an wenn....er bettelt, gestreichelt werden will, im Weg liegt, mir Spielzeug bringt usw dann füht sich das was man liest bei einem Hund wie Tonic echt falsch an. Wenn es dann heißt mein Hund sagt mir das er die Führung hat wenn zb. er sich auf uns legt oder zum Spiel auffordert. Da hatte ich so Fragezeichen. Ich dacht so, dass muss man doch im Kontext sehen oder? Aber erstmal war davon nichts zu lesen und ich war so...puh ich glaub ich bin Fehl am Platz.

Ab der Hälfte hört es auf, dass diese Gesten die in Vier verschiedene aufgeteilt sind, erklärt werden. Aber nun ging es darum wie man mit diesen Gesten umgeht. Und dann wurd die Sache doch wieder etwas lockerer.Es wird sensibilisiert diese Gesten überhaupt wahr zu nehmen um überhaupt drüber nachzudenken oder handeln zu können. Es geht dann in Beispiele über. Und es gibt Listen die man ausfüllen kann und dann eben wiederholt und schaut wie es nach Woche X aussieht. Es gibt auch ein paar sinnvolle Trainingsbeispiele. Ich nenne mal als Beispiel ein Deckentraining. Besonders gefallen hat mir aber am Ende als sie ihre Hunde vorstellt. Weil man da wieder gemerkt hat. Ihre Hunde machen natürlich auch diese Führungsdinge und sie sind Situationsbedingt scheinbar ok. Aber und das ist der Unterschied - Katrin hat es da eben mit anderen Charakteren und Mengen an Hunden zu tun als ich zB. mit zweien. Die Hunde bei Katrin fragen vermutlich wirklich argh Führungen an und da denke ich wird das alles korrekt sein. Ich muss das einfach differenzieren.

Vielleicht würde ich das Buch ein wenig anders sehen wenn ich einen anderen Typ Hund hätte. Aber ich nehme mal als Beispiel die Couch. Bei Joy war für uns ok wenn sie gefragt hat ob sie hoch darf, solang sie nicht einfach hoch ist. Für Katrin wäre das Fragen eben nicht ok weil es für sie eine Führungsaussage ist (also der Hund zeigt das er der Meinung ist er führt). Tonic zB. darf einfach auf die Couch wann er will. Also noch schlimmer . Es gilt quasi strikt drauf zu achten das mein Hund nicht fragt oder einfach macht, sondern ich ihn von mir aus einlade.Kommt quasi mein Hund und möchte etwas, dass ich grad eigentlich gut finde, soll ich erst wegschicken und dann später wieder einladen. Zu sowas seh ich bei einem Hund wie meinem irgendwie keine Notwendigkeit. Deshalb glaube ich keineswegs das es sich um ein schlechtes Buch oder eine schlechte Art mit dem Hund handelt. Sondern das ich dafür einfach nicht offen bin. Ob das nun daran liegt das ich einen Hund wie Tonic hab, oder mich völlig abnerven würde wenn mein Hund ne coole Idee hat und ich den dann wegschicken muss aus Prinzip sei dahingestellt. 

Ich glaube wer einen Hund hat der Führung benötogt, aus welchem Grund auch immer. Der wird mit dem Buch sehr glücklich. Für mich war es nun schön einmal gelesen zu haben. Und ich nehme sicherlich auch Dinge mit raus. Und werde wenn ich Gesten, auch bei anderen Hunden sehe, sicher gezielter über das was ich sehe nachdenken. Also klar, kann man aus dem Buch trotzdem Dinge herausnehmen, auch wenn man nicht hellauf begeistert ist. Deshalb möchte ich das einfach so hier stehen lassen. Als meine Meinung - nicht als Empfehlung oder Abwertung. 



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