Ja, aber.....

22. Oktober 2016 | erschienen in: |
Kennt ihr das? "Ja, aber....".....grad die letzten drei Wochen mit Welpen oder zu meiner Arbeitszeit wenn ich mit mehreren Hunden unterwegs bin, ist das einer meiner Lieblingssätze bzw Satzänfänge die ich zu hören bekomme.

Das Wort ABER: "verwendet, um eine Behauptung einzuschränken." wird gern verwendet. Oft um anderen Meinungstechnisch über den Mund zu fahren. Dies tun Hundehalter untereinander gern, genau wie Mütter wenn sie in Erziehungsdiskussionen geraten. Nur greifen diese selten so aktiv an ihrem Gegenüber ein. 

Letztens erst war ich mit 4 angeleinten Hunden unterwegs, in einem Gebiet wo Leinenpflicht herrscht. Es rauschte ein Hund in uns rein. Es gab unruhe und ärger meinerseits. Noch bevor ich meinen Unmut an den Hundehalter weitergeben konnte, musste ich meine Horde wieder zur Ruhe bringen. Es muss nichtmals einer von denen aggressiv reagieren, aber das was in der Gruppe passiert reicht schon aus. Als ich dann meinen unmut verkündete, dass man doch keinen Hund in 4 angeleinte rennen lässt kam es "Ja, aber meiner tut doch nichts" .
Erklärungsversuche meinerseits habe ich dann unterlassen. Wer nicht sieht das es einen riesen Tumult in meinen Leinen, meinen Hunden und meiner Laune gab, der bedarf auch keiner Erklärung.

Ein Beispiel von heute morgen. Ich laufe mit Blaze und Joy über eine Wiese. In großzügiger Entfernung zu anderen Hunden und Menschen. Es komt ein Hund knurrend auf uns zu gerannt. Natürlich ohne Leine. Und auf mein rufen, den Hund bite abzurufen passiert es wieder. " Ja, aber der kleine muss doch Sozialkontakt lernen" Daraufhin erkläre ich, dass ich mir den Sozialkontakt in dieser wichtigen Phase gern selber aussuche und ein knurrender Hund der auf uns zustürmt eben nicht dazu gehört. "Ja, aber meiner tut doch nicht, der will nur mit denen spielen". Na Prima, gleich ein ganz hartnäckiger "ABER" Fall. Auf diese Diskussion hab ich mich tatsächlich eingelassen, denn ich kam aus der Situation auch nicht wirklich raus. Das Ende war halt, ich hab keine Ahnung, mein Hund wird mal ein ganz schlimmer und sowieso ist meine Ansicht für A- ! Aha.

Aber was ist so schwer daran andere Meinungen zu akzeptieren? Eigentlich ist man gewohnt, dass Leute ihre Hunde eben nicht abrufen können. Dieser wollte nicht. Die Entscheidung was mein Hund soll, darf, Erlebt wird mir damit völlig aus der Hand genomm und über den Haufen gerannt. Auch ich geb natürlich in der Hundegesellschaft gern meinen Senf dazu (da bin ich ehrlich). Aber ich greife doch nicht aktiv ein. Ich konnte mir letztens einen Kommentar zu einem Welpen mit einer Flexi Leine am Halsband nicht verkneifen. Der Kommentar ging nichtmals an den Halter, aber der Halter wird ihn gehört haben. In dem Moment hätte man mir gern ein Ja,aber entgegen bringen können mit einem fundierten Widerspruch. Dann nehme ich das doch gern entgegen. Aber grad die, die mir so kommen tun genau dies nicht. Sie greifen aktiv in meinen Leinenradius, das Leben meiner Hunde ein. Und leider muss ich gestehen. Ich weiß nicht wie es bei euch ist....es sind meistens Frauen mit denen ich aneinander gerate. Ich treffe aber auch zu 70 Prozent nur Hundefrauen auf meiner Runde. Die Männer sind eher die unauffällige um den Block Fraktion. Sind wir Frauen wirklich so Diskussionsfreudig oder uneinsichtig wie ich es zur Zeit erlebe? Den Spaß und das Bedürfnis des eigenen Hundes so Hochgestellt, dass die Bedürfnisse oder Grenzen der anderen Halter und Hunde völlig untergraben werden und mit nem Aber Satz entschuldigt werden? Ich weiß es nicht! Ich bin zur Zeit so bedient von Leuten die meine Entscheidungen mit Sätzen untergraben wollen, dass ich um alle einen Bogen mache. Dabei nehme ich oft meinem Hund die Chance wirklich nette Hunde kennenzulernen, die wirklich gut für das Sozialverhalten meiner Hunde wären. Schade. Ich denke, ein Welpe ist auch oft wie ein Magnet und deshalb bekomme ich es zur Zeit so dicke. Beruhigend, dass er wächst und irgendwer anderes was kleineres süßeres zum sozialisieren dabei hat. Klingt fies oder? Aber irgendwie stumpft man so ein wenig ab mit der Zeit. Mit mehreren Hunden mach ich mitlerweile direkt den Bogen. Den Stress brauch ich nicht. Aber es kommt auch auf die Gruppe die ich bei hab an. Wie ists bei euch? Kennt ihr auch "Ja,Aber - Situationen" ? Wie geht ihr damit um? Ignorieren und Entgegenwirken?

Bin gespannt, schönes Wochenende und gruß





Der kleine Weltendecker

Kommentare:

  1. Ich kann ein Lied von diesen "Ja, aber"- Sätzen singen. Auch ich bin regelmäßig frustriert über ständig freilaufende Hunde, die an uns ran gelassen werden, während meine an der Leine sind. Inzwischen haben wir ein schönes Fleckchen entlegenes Feld gefunden, wo wir nur selten andere Hunde treffen, oder dann eben oft solche, bei denen die Besitzer auch gerne auf anderen Hundekontakt verzichten wollen, uns ausweichen und wir ihnen und sie ihre Hunde ebenso an die Leine nehmen. Da draußen auf dem Feld, da scheint es zu funktionieren. Leider habe ich keinen Führerschein und wenn mein Mann Mal zu spät von der Arbeit kommt, muss ich eben doch alleine laufen. Hier im Ort und da wird die gesamte Hundschaft auf uns losgelassen. Ich habe langsam alle "Ja, aber"s gehört, die es zu hören gibt. Ich diskutiere inzwischen garnicht mehr, das ist wie gegen eine Wand reden.
    Letztens spielten zwei Hunde frei auf meinem Spazierweg. Mir war das zu riskant und ich habe meine Kampfbacke lieber vorbeigetragen. Ein dritter Hund kam auf uns zu, die Besitzerin sicher 100 Meter weiter hinten. Als ich dann an ihr mit Genki auf dem Arm vorbeigelaufen kam, fragte sie mich, ob etwas passiert sei (schließlich war sie viel zu weit weg von ihrem eigenen Hund um überhaupt zu sehen, was er macht) und ich sagte nur "Nein, aber meiner beißt manchmal" und bekam ein empört klingendes "Ja, aber da kann ich doch nichts für" entgegen. Da fühlte sich wohl jemand in seiner Hundehandhabung kritisiert, obwohl ich keinen Ton gesagt habe. Weiss auch nicht so recht, was sie mir sagen wollte...

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  2. Ich habe auch schon solche Erlebnisse gehabt, obwohl Socke ja kein Welpe ist. Es wird auch immer diese Menschen geben. Ich rege mich eher über die auf, die ihren Hund nicht anleinen, wenn ihnen ein angeleinter Hund entgegen kommt. Die weder die tageszeit sagen, siech nicht entschuldigen und gar nicht zu verstehen scheinen, warum ich Socke ins Sitz bringe und mich schützend vor sie stelle. Ihre Hunde es trotzdem an Socke heran schaffen. Hallo, jemand zu Hause möchte ich da manchmal fragen. Das würden sie aber auch nicht verstehen... Gut, die ja aber -Sager sind nervig aber man kann sich wenigstens erklären, aber wenn sie es nicht wissen wollen...

    Ich fürchte, dass sich das nicht ändern wird....

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  3. Ich kann dich gut verstehen. Solche Hundebegegnungen können schon bei zwei Hunden zum absoluten Leinenchaos reichen. Nun sind ja Emma und Lotte schon lange keine Welpen mehr, aber bei uns im Dorf laufen viele Hunde ohne Leine auf dem Fußweg oder sogar auf der Straße. Es gibt sogar einen Hund der täglich seine Dorfrunden ohne menschliche Begleitung läuft. Ich weiß auch nicht, aber die müssen nur die Tür aufmachen und der Hund kann seiner Wege gehen. Ganz "begeistert" bin ich immer wenn Emma und Lotte läufig sind. Obwohl ich dann schon immer von weitem rufe, interessiert das kaum jemanden *grrr* Dann kommt natürlich auch immer dieses "Ja aber ...
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  4. Hey, ich kenne diese Situationen auch. In direkter Nachbarschaft konnte ein Großteil nie verstehen, warum Anfang sehr lange nicht von der Leine durfte. Ja, aber der muss doch spielen und der läuft doch bestimmt nicht weg. Warum können Leute einen nicht das eigene Urteil überlasen? Für mich hat es sich ausgezahlt, da Aaron immer jagdlich interessiert war und ich ihn nur in kontrollierten Situationen frei laufen ließ. Während die mit den guten Ratschlägen meist später ein Jagdproblem bekamen, konnte ich dies bei Aaron mit etwas Geduld und Zeit umgehen.
    Dann wäre da noch der große Rüde hier in der Nachbarschaft, der jeden Rüden unter buttern will, denen bin ich generell ausgewichen, eines Tages wurde ich von Frauchen und Hund quasi gestellt. Wütend mit einem vor ihr her laufenden Rüden: "Die müssen sich doch kennen lernen. Mach deinen von der Leine ab, meiner ist an der Leine nicht nett." Hier wurde mir also zum einen ein Kontakt auf gezwungen und zum zweiten sollte ich ihr Problem umgehen, in dem ich meinen Hund immer von der Leine mache, wenn ich ihnen begegne...aha...
    Bis heute gehen wir diesem Gespann aus dem Weg. Mein Einwurf, dass sie gerne noch mal die Hundeschulbank drücken sollte, wenn ihr Hund eine Leinen-Aggression hat, fand sie nicht so lustig, aber ich habe vor weiteren Zwangskontakten ruhe.
    Bei den allgemeinen Spaziergängen gehen wir auch lieber da, wo nicht so viele Hunde unterwegs sind und man sich ggf. auch mal ausweichen kann. Wir haben Hundefreunde die uns mal begleiten, aber wir gehen auch gerne mal alleine. Männer und Frauen mit Hunden fallen hier gleichermaßen gut oder schlecht auf. Das hält sich die Waage.
    liebe Grüße
    Sandra und Aaron

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