Was mein Hund so soll... ein Nörgelpost ;-)

24. Februar 2015 |
Kennt ihr das? Ihr geht mit eurem Hund spazieren und er präsentiert eine seiner wenigen Macken vor anderen? Grad von anderen Hundebesitzern kommen oft dumme Kommentare, die eventuell sogar zu heißen diskussionen führen.
Wir wollen uns dann für unser liebstes Tier einsetzen und fangen an etwas zu rechtfertigen obwohl wir das gar nicht müssten, aber wollen die Kommentare eben auch nicht einfach so stehen lassen.
So ähnlich passiert mir das seit knapp 2 Jahren.
Vor etwas über zwei Jahren wurde Joy das erste mal angegriffen, dann nochmal und nochmal und nochmal. Gewehrt hat sie sich noch nie. Sie ist einfach das ideale Opfer für bestimmte Hunde. Leider kann ich da nicht genug in meine Position als Beschützer treten und Joy bellt und knurrt zum Teil andere Hunde von weitem an. Meisst große und schwarze. Merkt sie die sind nett, ist die Welt in Ordnung. Sie geht dabei aber immer zurück und versteckt sich oder läuft weiter weg.
Nun kommen dann sehr oft diese Neunmalklugen anderen Menschen und wollen mir erzählen, das sich das nicht gehört, dass sie das nicht darf und wie sie an anderen Hunden vorbeizugehen und sich zu benehmen hat. Ob Joy angst vor diesen Hunden hat (was auch offensichtlich ist, sie weicht anderen Hunden immer aus) ist völlig egal. Und ob ich für mich meine Wege in diesen Situationen gefunden habe, damit umzugehen ebenfalls. Leben und Leben lassen gibt es da nicht. Diese Leute reiten viel zu gern auf anderen Fehlern herum, ohne auf ihre eigenen zu schauen. Mein Mann sagt immer niemand fühlt sich so dolle angegriffen wie Hundebesitzer wenn man etwas kritisiert. Da hatter sogar recht. Geht mir ja auch so. Beim letzten Satz eines Mannes, der gesagt hat ich hätte in der Erziehung versagt und einen assozialen Hund herangezogen, fühlte ich mich angegriffen. Er hat in 30 Sekunden des vorbeigehens, ohne uns vorher gesehen zu haben dieses Urteil anhand einer Situation gefällt. Auch wenn mir dies Bewusst ist, geht es nicht an mir vorrüber. Weil ich weiß warum, weiß das es nicht so ist und weiß das ich da seit 2 Jahren hart dran arbeite. Aber egal was mein Hund alles kann....DAS mit andern Hunden scheint von meinem Hund einfach zuviel verlangt sein in 30% der Situationen. Und genau weil ich eben weiß, was sie alles kann greife ich in längeren Diskussionen gern zu dem Mittel, dem Gegenüber aufzuzählen, was ich von meinem Hund alles so verlange. Das rate ich jedem der mit seinem Hund unzufrieden ist mal zu tun. Ich sage euch, so eine Gedankenliste kann wirklich sehr lang sein, je nachdem welcher Typ Mensch mit Hund man ist.
Ich fange also an aufzuzählen was ich von einem Hund im Alltag also so erwarte....

...er soll brav Autofahren, leise sein, gut alleinebleiben, nichts kaputtmachen, lieb zu andern Menschen sein, soll das treten fremder Kinder kommentarlos hinnehmen, den Hundebesucher in der Wohnung am besten noch ihr Bett anbieten, soll nicht jagen, nicht weglaufen, stehts nur mich im Kopf haben und auf mich achten, brav an der Leine gehen, Gedränge in Bus, Zug oder auf eventuellen Straßenfesten im Urlaub über sich lieb ergehen lassen, Leckereien in Müll und Küche ignoerieren, die Liebelei zu Bällen beim passieren einer Fußballwiese vergessen, keine angst an lauten Orten wie Baustellen und Co zeigen und so stets souverän bleiben, den Tierarzt der ihr wehtut nicht beißen, darf nicht dahin machen wo sie will, sich auf dem Hundeplatz von der besten Seite zeigen, im Restaurant brav unterm Tisch liegen.........

.....merkt ihr das....mir würde noch mehr einfallen wenn ich mal so überlege was wir so machen und was sie gut macht. Aber das alles ist für die meisten Menschen nicht genug, denn es zählt der Moment. Der Moment in dem mein Hund mal nicht so mitspielt wie ich oder der Rest der Gesellschaft es erwartet. Nämlich wenn sie angst vor anderen Hunden zeigt und diese ankläfft. Wenn ich mit der Aufzählung fertig bin und zufüge das sie das alles sehr souverän macht aber eben aus Erfahrung angst vor anderen Hunden hat, ist oft Stille.
Wir müssen uns viel mehr vor Augen halten was wir von unseren Hunden täglich alles so erwarten. Dann können wir wenn wir sehen was alles klappt, viel entspannter auf unsere Baustellen einlassen und auch mal alle fünfe gerade sein lassen. Sich viel mehr über kleine Schritte freuen fällt dann sicher auch einfacher. Von den Leuten denen ich regelmäßig begegne, werden mir immer nur Hauruck Methoden ans Herz gelegt, die absolut nicht nett sind. Aber ich kann jemanden mit angst nicht mit stress bekämpfen und das weiß jeder der selbst ängste hat an denen er arbeitet. Es dauert und es wird bei uns warscheinlich nie mehr ganz aufhören. Und gerade weil ich das weiß muss ich mehr getreu einem Text meiner Lieblingsband handeln "Lass die Leute reden und hör Ihnen nicht zu...".
Es gibt aber auch Begegnungen aus denen ich soviel mitnehme, dass ich mich drauf freue. So habe ich letztens folgendes von der Besitzerin eines Dackels gehört (der keifft uns im Vorbeigehen immer an und war auch einer der Joy gebissen hat)... " Ihr Hund bellt weil er begrüßen will, wir sagen ja auch laut Hallo und um das alles zu wissen, sollte ich mir mal ein Buch über Hunde besorgen". Ich danke der Dame vielmals und werd mir mal ein neues Buch zulegen :D.
So und nun hab ich genug genörgelt, denn bei den richtigen die mich fast täglich runter machen kommt es eh nicht an. Ich werd mir einfach das Winterfell was Joy so langsam abwirft einsammeln, denn unter Hundebesitzern braucht man scheinbar mehr dickes Fell als die Hunde selbst.

Also ihr lieben, denkt an die tollen Seiten eures Vierbeinigen Freundes, macht vielleicht mal sone Liste, da rückt man gleich nochmal enger zusammen und weiß was man an ihm hat, egal wieviel nerven er kostet.




Kommentare:

  1. Mich nerven vor allem Leute, die mich mit ihrer unsäglichen Ignoranz erst in diese Situationen bringen, dass die Linda bellen muss...

    Ansonsten versuche ich immer, in einer sehr gelassenen Stimmung mit Linda spazieren zu gehen. Man wird nicht nur viel weniger angepampt, auch Linda reagiert dann in vielen Situationen gar nicht. Dass ich es versuche, zeigt aber schon, wie schwer das zum Teil ist...

    Und um sich an die eigene Nase zu fassen, ertappe ich mich auch immer wieder dabei, mir vorschnell ein negatives Urteil zu bilden, auch wenn ich nicht jeden verbal damit belästigen muss. Da versuche ich lieber, meine eigenen Baustellen auf Vordermann zu bringen.

    LG und ruhig Blut... ;)

    Andrea

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  2. Ich finde Deinen "Nörgel-Post" sehr gut ... leider sind viele genau so, wie Du es beschreibst. Unsere Hunde können wirklich viel und man sollte auch nie vergessen, daß es Hunde sind, die auch ihrem natürlichen Instinkt folgen. Natürlich müssen wir aufpassen, daß unser Hund sich benimmt ... und ja, das tun sie ... aber es gibt auch genug Hundebesitzer, die einfach "ahnungslos" umherlaufen. Besonders die, die ihre Hunde nicht an die Leine nehmen, wenn ihnen ein angeleinter Hund entgegenkommt ... da bekomme ich dann Schnappatmung.

    Charly hat auch ein paar Macken, insbesondere seine Ängstlichkeit läßt uns immer wieder bei den "Besserwissern" anecken ... man braucht wirklich ein dickes Fell :-) Er geht auch jedem aus dem Weg. Den meisten gehe ich einfach aus dem Weg.

    Also, wie Andrea schon schrieb, ruhig Blut.
    LG, Angela mit Charly

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