Trickeinführung + Trick Türe schließen

16. Juni 2012 | erschienen in: / |
So wie ich es angekündigt hab, möchte ich mich dem Thema Tricks zuwenden. Denn wenn meine Joy etwas schnell und gut lernt, dann sind es Tricks.
Wir nehmen weder an Trickcontests statt, noch brauchen wir sie für irgendetwas anderes. Sie machen einfach spaß. Joy erarbeitet sich gern Futter beim klickern und ich mag diese kleine nette Abendbeschäftigung mit meinem Hund. Noch dazu muss er dabei nachdenken und tut etwas fürs Köpfchen. Ich denke wenn ein Hund einmal auf den Geschmack gekommen und motiviert ist, etwas zu lernen, dann ist er mit feuereifer dabei. Man darf nur keine zu großen Schritte erwarten, die den Hund demotivieren.

Ich hoffe ich bekomme das ganze auch verständlich beschrieben :-) Ansonsten dürft ihr meckern.
Aber um meine Tricks zu beschreiben sollte ich meine Grundlagen vorrausschicken. Ich benutze beim einüben der Tricks nämlich mehrere Hilfmittel die uns das trainieren erleichtern. Die meisten werden die Methoden kennen, aber für den Fall das nachher jemand nicht weiss wovon ich rede, erkläre ich diese Methoden einmal und habe gleichzeitig auch schon einen ganz einfachen Trick dabei.
Ob ein Hund einen Trick lernt, wie schnell und in wieviel Schritten hängt vom Hund selbst ab. Es sind immer viele Wiederholungen nötig und es gibt kein Rezept zum erlernen von etwas. Jeder kann da seine individuelle Methode anwenden und kennt seinen Hund am besten. Wann man zum Beispiel das Kommando einführt sollte jeder selbst entscheiden. Ich führe meine immer ein wenn ich die Hilfen abbaue oder es generell ein Trick ist der in wenigen Schritten gelernt werden kann. Aber jeder kennt da seinen Hund und weiss wie schnell er etwas verknüpft.

Klicker

Mein wichtigstes Hilfmittel ist der Klicker. Ich habe mehrere und irgendwie sind sie alle unterschiedlich laut. Aber egal welchen ich benutze, sie haben alle den gleichen Effekt. Mein Hund weiss, dass er JETZT GRAD etwas tolles gemacht hat. Und genau dies sagt der Klicker. Wenn ich den Hund belohnen will, muss dies eigentlich innerhalb einer Sekunde geschehen, damit der Hund noch weiss, was er grade nochmal genau gemacht hat. Oftmals geht das ganz aber nicht so schnell, vorallem wenn man die Leckerchen nicht in der Hand halten kann, weil man diese braucht und der Hund nicht der Hand folgen soll. Also konditioniere ich den Hund auf den Klicker und kann sekundengenau dem Hund mitteilen, dass etwas ganz toll war. Auf den Klick sollte dann aber IMMER ein Lecker folgen, man hat dafür aber etwas länger Zeit. Der Klicker verschafft uns also Zeit und hilft uns auch dem Hund auf eine Distanz zu belohnen. Der Klick soll also vom Hund immer mit einer Belohnung verknüpft werden.
Den Clicker konditioniert man indem man sich zum Hund setzt. Klick-Leckerchen und das möglichst schnell. Dann wieder Klick-Leckerchen.....nach einigen malen wird der Hund auf den nächsten Klick warten und verstanden haben, dass es dann etwas tolles gibt wenn dieses Geräusch ertönt. Wenn der Hund wegschaut und dann durch ein Klicken aufmerksam und erwartungsvoll zu einem schaut, hat er das Prinzip wohl verstanden und man kann anfangen.

Targettraining

Target bedeutet Ziel und ist eine schöne Methode dem Hund Dinge auf Entfernung oder mit bestimmten Körperteilen beizubringen.
Ein Target unterscheidet man oft in Nasentarget und Pfotentarget. Meine Kommandos dazu sind "stubs" und "touch".  Hat der Hund den Targetpunkt berührt folgt wie beim Klicker auch ein Leckerchen. Und genauso konditioniert man das ganze auch, bzw ich klicker diese Berührungen des Targets. Man hält den Target hin und belohnt jegliches Interesse daran. Erst das anschauen, dann das berühren. Wenn der Hund merkt das sein Interesse an dem Ding scheinbar etwas ist was ihn zu einer Belohnung verhilft, wird er es immer wieder versuchen und auch den ein oder anderen Einfallsreichtum beweisen.
Ich habe als Nasentarget zum Beispiel einen Targetstick. Das ist ein Stab (mit integriertem Klicker) mit einer Kugel dran, die der Hund mit der Nase berühren soll. Oder ich bastel mir einen Punkt, den ich irgendwo befestigen kann und der Hund berührt diesen dann mit der Nase. Diesen kann ich dann auch einfach irgendwann kleiner schneiden und letztenendes auch ganz verschwinden lassen.
Eine Fliegenklatsche oder ein weicher Untersetzer eignen sich gut als Pfotentarget. Diese sollen dann zum berühren mit der Pfote da sein.
Man kann auch die Hand als Target einsetzen. Allerdings sollte man dem Hund durch mehrere wiederholungen erstmal zu verstehen geben, mit welchem Teil er diese berühren soll.
Wofür ein Target gut sein kann stellt man aber meist erst im Training selbst fest.

Zeigt der Hund nicht das Verhalten welches ich möchte, sage ich "Schadeee", damit der Hund weiss, dass er nun nichts von mir zu erwarten hat und es nochmal versucht.



Hier kommt nun ein Beispiel für einen Nasentarget-Trick.


Türe schließen

Ein ganz einfacher Trick ist das Türe schließen. Jedoch machen dies viele Hunde mit den Pfoten, was ich für unsere Türen aber ausgeschlossen habe.


Nehmt einen Papppunkt und konditioniere den Hund darauf ihn (auf stubs) mit der Nase zu berühren und haltet ihn auch mal in verschiedene Positionen.

Wenn das ganze sitzt befestigt den Punkt an eine geschlossene Türe. Nun soll der Hund auf den Punkt an die Türe stubsen.

Hat das geklappt kann man die Türe nun ein Stück aufmachen. Die Türe sollte dann nachgeben und der Hund lernen das dies nicht schlimm sondern erwünscht ist. Auch ein Kommando wie "stubs Türzu" kann man nun einführen

stubs und *Klick*

Ich zögere das ganze dann hinaus, indem ich die Türe immer weiter offen lasse und ich dem Hund den Klick erst gebe wenn er die Türe weit genug zugestubst hat. Hat der Hund nämlich gegen die Türe gestubst und diese ist noch nicht soweit geschlossen, wie wir es gerne hätten und es folgt KEIN Klick, wird er warscheinlich nochmal dagegenstubsen (vielleicht sogar etwas doller als vorher).

Klappt das zuverlässig kann ich anfangen den Punkt zu verkleinern. Wenn der Hund das stubsen an die Türe schon mit dem Kommando verknüpft hat, wird er zwar ziemlich an die gleiche Stelle schubsen, ihm wird aber egal sein wie klein der Punkt ist oder ob er ganz weg ist. Um bei den Wiederholungen das Ganze zu festigen würde ich dann nur noch das Kommando fürs schließen sagen. Bei mir also "Türzu"

Schon ganz schön klein das Ding
schwups weg isses und Tür zu

Kommentare:

  1. Supi! Ich hebe auch diesen netten Klicker mit ausziehbarem Kugelende und finde ihn einfach klasse! Damit habe ich gelernt, den Ball für's Orakeln nach vorn zu stubsen. Aber Türen schließen, wäre auf Dauer viiiiiel sinnvoller, sagt meine Servicekraft - die will mich doch wohl nicht zur Servicekraft machen und den Spieß umdrehen....
    LG, Enya

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    1. Türe zu machen haben wir beigebracht weil die Katzen diese im Winter immer öffnen beim reinkommen. Und weil wir wegen der Heizung die Türe immer anlehnen, kam uns Joy da grad richtig. :P

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  2. Oje, da hast meinem Frauchen jetzt Blödsinn beigebracht... ;-)
    Die beschwert sich nämlich immer, dass ich alle Türen aufstupse (zum Beispiel zu meiner nächtlichen Trinkorgie) und beim Reinkommen, bleibt die Tür dann eben offen und es zieht kalt rein *meckermecker* ;-)

    Wuff und Wedel,
    der schwarze Hund

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  3. Toller Trick & super erklärt.

    Wir benutzen den Clicker auch täglich. Gucci hat richtig Spaß daran und lernt dadurch viel schneller.

    lg sabrina

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  4. das haste super erklärt! Mag so nützliche Tricks auch sehr sehr gern ^^ für manche Sachen sind meine Beagletiere allerdings zu klein und zu springfaul, höhö

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