Geistige Auslastung

12. Juni 2012 | erschienen in: / |
Heute hatten wir mit unseren Hundefreunden eine komische Begegnung. Es kam eine Frau mit einem Labrador und dieser war echt nicht nett. Im laufe des Gesprächs sagte die Frau das der Hund erst so sei, seitdem die Tochter nicht mehr mit ihm arbeiten (ihr wisst warscheinlich wie ich das wort "arbeit" meine) würde, weil sie weggezogen ist. Sie selbst habe aber keine Lust etwas mit dem Hund zu machen und wüsste auch nicht wie. Rausgehen für knapp 50 min am Tag müsse dem Hund reichen! Der Hund sei ja ein Hund und darf da laufen, ka**en und schnüffeln, sonst brauchter nix. Aber sie wiedersprach sich ja doch irgendwie. Das sorgte im nachhinein natürlich für Gesprächsstoff und machte uns leicht sauer. Mir fällt da ne ganze Menge Beschäftigungsstoff ein und ich denke euch auch.Wir schnuppern in vieles mal rein und was spaß macht und uns liegt da arbeiten wir uns dann rein.

Aber wenn ich schon wenig mit dem Hund raus gehe und ihn nie mit irgendwo hin nehme (damit der Hund Erfahrung sammelt und je nachdem an Sicherheit gewinnt), dann sollte ich die Zeit doch wenigstens in Sachen Auslastung intensiv gestalten. Egal ob das nun ein Aussie oder ein Dackel ist.
Mit Intensiv meine ich nicht den Hund drei Stunden wie wild Rätsel und ähnliches lösen zu lassen, sondern das die Qualität der Aufgabe hoch und dem Hund angepasst ist. Man muss einfach lernen für welche Aufgaben welches Maß erforderlich und gut ist und mit welchen man seinen Hund nicht demotiviert. Denn schleisslich sollte der Hund die Chance haben eine faire Aufgabe zu bekommen die er auch lösen kann.
Hunde sind nunmal denkende Lebenwesen die sehr schlau sind. Und auch wenn man Mensch und Hund schlecht vergleichen kann so suchen wir uns auch geistige Auslastung. Wir schauen Fernsehen, lösen Kreuzworträtsel, lesen Bücher,.....all dies tun wir freiwillig zu unserer geistigen Auslastung, denn bei allem arbeitet unser Gehirn. Wir müssen uns konzentrieren und Buchstaben oder Bilder zusammensetzen. Wenn viele Menschen all dies nicht tun können werden sie oft launisch. Es ist ja auch langweilig. Hunde können sich diese Art der Auslastung nunmal nicht einfach nehmen und ihr Hundetag kann so echt lang und öde sein. Für diesen Alltag und die Mischung aus körperlicher und geistiger Auslastung sind wir Menschen dann verantwortlich.
Früher brauchte sich darum keiner Gedanken machen. Hunde sind Arbeitstiere gewesen. Sie hatten Aufgaben und waren es gewohnt gut mit dem Mensch bei der Arbeit zu koorperieren. Diese Hunde waren auch ausgeglichener, denn nicht umsonst steigt die Zahl der sog. Problemhunde an.
Trainer, Hundeflüsterer und Co sind gefragt wie nichts. Zu wenig wissen die Menschen oft über die Eigenschaften der Rasse des eigenen Hundes.
Vielleicht würden sich aber viele dieser Probleme vorher beheben lassen indem man drüber nachdenkt was der Hund alles kann oder könnte, was er mag und was nicht, wie er handelt und auf welche Dinge er besonders reagiert.
Mitlerweile gibt es soviele Dinge die eine Arbeit mit dem Hund nachahmen und Auslastung schaffen. Der Nebeneffekt ist oft noch das es Hund und Mensch spaß macht und es die Bindung stärkt. Vorraussetzung ist aber das der Hund gern mit dem Menschen arbeitet und das ohne Zwang. Dafür muss der Mensch aber wissen wie man seinen Hund richtig motiviert. Denn ohne Motivation kann ich meinem Hund auch kein vernünftiges Grundgehorsam beibringen.
Selbst beim normalem Training muss der Hund drüber nachdenken was der Mensch von ihm möchte, er passt auf, um kein Kommando zu verpassen und sich die Belohnung zu verdienen. Natürlich sollte der Hund nicht dauerbespaßt werden, aber die meisten Hunde die hyperaktiv durch die Gegend hüpfend sind diese, die den Besitzern ständig übermütig das Spielzeug vor die Füße werfen und zum spielen und bespaßen auffordern und dies auch erreichen. Da bleibt die geistige Auslastung aber ja eher auf der Strecke.
Jeder sollte für sich und seinen Hund einen tollen Mittelweg finden der zu einem passt. Denn zu wenig Ruhephasen sind natürlich auch nicht gut. Aber wenn ich einen jungen (nicht Junghund oder Welpe) Hund nicht fordere und nur immer laufen und schnüffeln lasse, was mache ich dann mit nem alten Hund der dies nicht mehr so macht und kann? Und darf man sich bei einem Hund der nie etwas zu tun hat überhaupt aufregen, wenn er etwas anstellt oder sich draussen vor eifer nicht benimmt.
Es gibt mitlerweile aber auch ein großes Spektrum an Dingen die man tun kann. Viele davon lasten gleich körperlich und geistig aus. Vorallem Nasenarbeit sind EINE schöne Möglichkeit. Auch Dinge aus denen man leckerchen raustüfteln muss regen den Hund je nach Schwierigkeit zum nachdenken an. Dieser wird dann mehrere Lösungsansätze ausprobieren um an sein Ziel zu gelangen.
Ich persönlich mag Tricks sehr gerne. Die braucht eigentlich kein Hund und nur wir Menschen finden sie toll. Aber mein Hund hat spaß daran sich diese zu erarbeiten. Ich muss verstehen wie ich meinen Hund dazu bekomme etwas zu tun und er muss verstehen was ich ihm sagen möchte. Und wenns klappt ist die Freude groß und wir wiederholen dies. Deswegen werde ich euch die nächste Zeit mal einige Tricks genauer vorstellen. Vielleicht ist ja einer für euch dabeioder ihr könnt auch den ein oder anderen. :-)


1 Kommentar:

  1. Du sprichst mir aus der Seele. Das ganze versuche ich bestimmt schon seit 4 Jahren an meine Schwiegermutter ran zu bekommen. Sie hat einen Ballsüchtigen Jack Russel und eine Husky. Beide sehr übergewichtig da sie nicht spielen dürfen und sehr wenig Spazieren gehen, auch sonst kennen die keine Kommandos. Die Jack Russel Dame hat dann angefangen davonzulaufen und jagdt Traktor und Pferde, die große geht auf Wildjagt und fängt nun an auch Lkws zu jagen. Im Winter darf die Huskydame nicht raus da es ZU KALT FÜR DEN HUND IST. Die Jack Russel geht eigentlich gar nicht mehr spazieren (sie macht ja in den Garten - da braucht man nicht laufen!) und die große darf 2 mal am Tag vielleicht 15 Minuten (die ist doch so dick!) Tja manche wollen es echt nicht lernen, da bringt auch ein Arschtritt nichts. Ich könnte noch Seiten füllen, aber das wollen wir ja nicht. ;-)

    Bin auf deine Tricks gespannt, ich such immer anregungen. Denn mir macht sowas Spaß und ich mach es gerne!

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